Mit allen Sinnen

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Der herbstliche Farbenrausch, mit dem uns der Oktober beglückt, lässt gleichzeitig die schwermütige Ahnung vom nahenden Winter aufkommen. Was bleibt aber übrig an Wahrnehmungen, sobald wir den Sehsinn ausschalten?

Angeblich ist das, was wir als Farben sehen, ja eigentlich nur eine Interpretation dessen, womit unser Sehnerv das Gehirn beliefert. Darum nehmen Farbenblinde ihre Umgebung ja in anderen Nuancen wahr und auch Tiere sehen die Welt mit anderen Augen. Haben wir uns aber erst einmal an unsere Art der Wahrnehmung gewöhnt, wird alles zur Normalität und irgendwann hat man schon alles gesehen, gibt es nichts neues mehr zu entdecken, es sei denn man wechselt die Perspektive.

Raus aus der Komfortzone!

Wer die Welt nicht von Kind auf gewohnt wäre, müßte über ihr den Verstand verlieren. Das Wunder eines einzigen Baumes würde genügen, ihn zu vernichten.

Aus Mangel an erreichbaren und doch fernen Destinationen sind heuer zahlreiche Hiesige wieder auf den Geschmack der Heimat gekommen, entdeckten das naheliegende Gute… „und was machen wir nächstes Jahr?“ Jetzt waren wir eh schon zum dritten Mal in diesem Museum, sind schon wieder auf diesen Berg gekraxelt und wandern zum gefühlt hundertsten Mal den selben Wanderweg. Also ein bissl mehr Action würden wir schon vertragen! Aber gibt es denn überhaupt ein Ende der Skala, ab wo die Belustigung zur Routine wird und kleine Wunder tatsächlich noch in unserer Wahrnehmung existieren? Für mich spielen sie sich immer wieder direkt vor der Haustür ab, man braucht sie nur zu sehen! … oder riechen, tasten, schmecken, fühlen, ahnen.

Ringelblume

Ringelblume - für ganzheitliche Kommunikation

Bei mangelnder Ausdauer im Zuhören. Sorgt für klaren sprachlichen Ausdruck, verbessert Selbstausdruck und Verständnis von Sprachrhythmus und Untertönen. Für eine klare Äußerung der eigenen Bedürfnisse. Fördert die Beziehung zur Pflanzenwelt, die Fähigkeit, sich von der Natur anregen zu lassen. 

Laut Wikipedia definiert sich der Begriff Kommunikation als Übertragung von Information(en), egal ob verbal oder nonverbal. Das heißt alle Arten und Weisen, wie wir Eindrücke erlangen und auch weitergeben, spielen hier eine Rolle. Also warum sich nicht von der Ringelblumen-Essenz auf neue Pfade bringen lassen? Wer weiß, was sich da für neue Sichtweisen ergeben? Keine Angst, man hört dann keine Blumen oder Käfer reden! Oder zumindest nur selten, und dann auch nicht dauerhaft – die wollen ja auch hin und wieder ihre Ruhe haben! Spaß beiseite, die Ringelblume kann jenen helfen, die von sich behaupten, dass man sie oft missversteht, sie können sich nicht gewählt ausdrücken, fallen dem Gegenüber ins Wort, kurz gesagt Unterhaltung und verbaler Austausch bereitet einem Kummer. Hier bringt die Ringelblume die beiden um Verständigung bemühten Seiten zusammen, sodass alle Beteiligten wieder von der Kommunikation profitieren.

Die Calendula officinalis (so der wissenschaftliche Name der Ringelblume) wird in der Naturheilkunde verwendet, um verletztes Gewebe, Wunden zu heilen, ohne unschöne Narben zu hinterlassen. Auch hier zeigt sich das Verbindende als Signatur. Die gekrümmten, eingeringelten Samen erinnern an die kreisenden Pfeilsymbole, wenn der Computer um Aufbau einer Seite bemüht ist oder man zum letzten Eintrag zurückschalten will. Die Programmierer haben gewiss nicht an die Ringelblumensamen gedacht bei der Wahl des Symboles, aber gerade das macht ein Symbol zum universell verwendbaren Tool, dass es immer und von jedem Nutzer seiner Bedeutung zugeordnet werden kann, nur weil einem das Gespür diese verrät.

Augenbründl

Ein zauberhafter Platz, der ebenfalls sehr gut dazu beitragen kann, sich besser mit der Natur zu verbinden, ist das Augenbründl bei Albrechtsberg. Seit ewigen Zeiten weiß man um die Heilkraft des klaren Quellwassers, wäscht sich bei jedem Besuch die Augen und sei es noch so klirrend kalt. Allein schon durch die herzigen Fliegenpilz-Hocker fühlt man sich kleiner, denn sonst passt ja rein optisch hinten und vorne nichts mehr zusammen. So große Fliegenpilze gibts nicht, also müssen wir geschrumpft sein!

Zum Glück fließt die Quelle nun wieder, dank dem reichen Regensegen heuer. Nimm dir eine Flasche voll mit heim, aber pass auf, dass du keinen Flohkrebs aus dem Brunnentrog erwischst, seine Blätter-knabbernden Kumpels würden ihn sonst sehr vermissen! Solange sie sich zwischen den löchrig gefressenen Buchenblättern tummeln, kannst du getrost davon ausgehen, dass dieses Wasser bestens für dein Wohl sorgt. Ihre Verwandten sind in den Wasserwerken von Großstädten wie Berlin als Bioindikator im Einsatz, denn solange sich die Flohkrebse wohlfühlen, weiß man, dass das Wasser von einwandfreier Trinkqualität ist.

Ich hole mir hier mitunter Wasser für meine Bachblüten, denn es hat etwas Reines, Unschuldiges an sich und doch eine große Kraft, die man im Herzen spürt. Dazu braucht es keine Augen, man weiß es einfach.

 

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Edith Weiss

Grüner gehts nicht!

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